Wirkungsweisen

Die Hebel zeichnen sich vor allem durch die praktische Anwendung dieser Wirkungsweisen aus:

Permakultur Design und Soziokratie

Permakultur-Design

Hintergrund:

Die Permakultur ist ein internationales Graswurzel-Netzwerk mit Fokus auf die nachhaltige Gestaltung der menschlichen Siedlung (Mollison 1988). Die Permakultur hat ein starkes öffentliches Profil, mit einer umfangreichen Internetpräsenz und Projekte auf allen bewohnten Kontinenten (Ferguson und Lovell 2014). Obwohl die Permakultur historisch gesehen isoliert von der konventionellen wissenschaftlichen Forschung war, haben neuere Studien den potenziellen Beitrag der Permakultur zur nachhaltigen Entwicklung landwirtschaftlicher Praktiken identifiziert (Conrad 2014, Ferguson und Lovell 2014, Ingram et al. 2014, Suh 2014a) sowie zur ökologischen Bildung und nachhaltigkeitsrelevanten Verhaltensweisen im weiteren Sinne (Burton 2013, Guitart et al. 2015, Lewis 2014).

Konkret:

Permakultur ist ein Gestaltungsansatz bestehend aus ethischen Handlungsrichtlinien und definierten Gestaltungs-Werkzeugen (Methoden, Prozessmodelle und Permakultur-Prinzipien). Die permakulturelle Handlungsethik stellt sicher, dass drei  Grundwerte im Planen und Handeln verankert sind.

Diese sind:

Sorge für die Erden tragen

(im Sinne einer regenerativen und Resilienz bildenden Landnutzung und Landgestaltung)

Sorge für die Menschen tragen

(im Sinne einer resilienten, gemeinwohl ökonomischen Gemeinschaft auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene)

Sorge für eine faire Verteilung aller Ressourcen und Quellen

(im Sinne einer Lebensweise, die den Menschen dieser und nachfolgender Generationen gleichermaßen dient)

Die Permakultur-Gestaltungsprinzipien umfassen Handlungsanweisungen, die den Dynamiken und Vorgängen natürlicher Ökosysteme abgeschaut sind und den örtlichen Bedingungen entsprechen. Sie lassen sich landwirtschaftlich, sozial sowie auch ökonomisch anwenden. Auf der einen Seite unterstützen die Methoden und Prozessmodelle die Gestaltenden darin, die zu gestaltenden Systeme umfassend zu analysieren und mit systemischer Perspektive zu betrachten. Andererseits wird der Gestaltungsprozess durch die Formung sinnvoller kreislauforientierter Muster gefördert. Damit wird sichergestellt, dass sowohl ein Überblick über den Prozess, als auch eine Vertiefung der Teilprozesse gleichzeitig stattfinden kann.

Soziokratie

Hintergrund:

Soziokratie beinhaltet sowohl eine Organisationsstruktur als auch einen Entscheidungsfindungsprozess und wurde seit den 1960er Jahren vom Niederländer Gerard Endenburg entwickelt.

Als Ingenieur tätig bemerkte er, dass traditionelle Betriebsmanagement-Methoden nicht dazu führten, harmonische und produktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. In einem Experiment versuchte er, die Prinzipien der Kybernetik (Wissenschaft der Steuerung und Führung) auf seine Elektronikfirma anzuwenden.

Seine neue Methode führte tatsächlich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Heutzutage wird Soziokratie, obwohl noch weithin unbekannt, bereits in vielen Kontexten angewandt, z.B. in Firmen, gemeinnützigen Vereinigungen und anderen Organisationen, einschließlich intentionaler Gemeinschaften.

Organisation in Kreisen:

Die Organisationsstruktur der Soziokratie wird aus miteinander verbundenen teilautonomen Kreisen aufgebaut.
Jeder Kreis leitet einen bestimmten Verantwortungsbereich innerhalb eines übergeordneten Kreises und hat die Verantwortung, die eigenen Aufgaben und Prozesse zur Zielerreichung zu leiten, auszuführen und zu messen.

Entscheidungsfindung durch Konsent:

Die Moderatorin fragt im Kreis alle Anwesenden nacheinander, ob sie ihren Konsent zu einem vorliegenden, möglichst genau beschriebenen Vorschlag geben.
Die Leute nicken einfach, um ihre Zustimmung zu bekunden, oder sie bringen einen begründeten schwerwiegenden Einwand vor.
Grundlage der soziokratischen Entscheidungsfindungen sollte generell sein, dass es allen Beteiligten um einen konstruktiven Prozess zur Verwirklichung der Vision, der Absicht und der Ziele der Gemeinschaft geht.
Die Gruppe nutzt die vorgebrachten Einwände, um den vorliegenden Vorschlag zu verbessern.
Dieser kann vom Moderator, vom gesamten Kreis oder einer Arbeitsgruppe überarbeitet werden. Schließlich sollte daraus ein Alternativ-Vorschlag entstehen.
Der Moderator befragt dann wieder reihum jedes Mitglied des Kreises nach seiner Zustimmung zum überarbeiteten Vorschlag.
Dieser zirkuläre Prozess wird so lange wiederholt, bis der Vorschlag so ausgearbeitet ist, dass ihn alle Gemeinschaftsmitglieder mittragen können.
Der Vorschlag gilt als angenommen, sobald es keine schweren Einwände mehr gibt.
Einwände sollen Entscheidungsprozess nicht lähmen, sondern im Gegenteil konstruktiv zu einer kreativen, klaren Entscheidungsfindung beitragen!

1. Vorsitzender

LAURITZ HEINSCH
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(Mo-Do 09–15 Uhr)

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